Benjamin Schraven

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37:11
Dr. Benjamin Schraven: Klimabedingte Migration am Beispiel Wasser
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
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11.09.2025
https://www.youtube.com/watch?v=iWNr9Ln7c_k
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Im Rahmen der Tagung "Wasserextreme als Gefahr für die Demokratie"
referierte Dr. Benjamin Schraven vom German Institute of Development and Sustainability (IDOS) in Bonn über klimabedingte Migration.
Zunächst sei die Migration ein komplexer, multifaktorieller Prozess, der von wirtschaftlichen, politischen und soziokulturellen Faktoren beeinflusst werde.
„Armut allein ist kein zentraler Treiber internationaler Migration – im Gegenteil:
extreme Armut kann Migration eher verhindern, da dafür Ressourcen, wie Geld oder soziale Netzwerke, notwendig sind.
Arme Menschen migrieren vor allem innerhalb ihres Landes oder ihrer Region“, sagte Schraven.

Der Klimawandel wirke sich durchaus auf Migration aus, sei jedoch meist kein alleiniger Auslöser.
Die klimabedingte Migration finde überwiegend innerhalb betroffener Regionen statt, die Migration aus Westafrika nach Europa werde eher von politischen und wirtschaftlichen Gründen als vom Klimawandel bestimmt.
„Eine Massenflucht nach Europa infolge des Klimawandels ist derzeit nicht zu erwarten“, erklärte der Wissenschaftler.
Allerdings sei in Europa mit einer zunehmenden Binnenmigration infolge klimatischer Veränderungen zu rechnen – etwa durch den Anstieg des Meeresspiegels oder Naturkatastrophen wie Überflutungen.
Hoffnung mache ihm die zunehmende Versachlichung der Debatte über Klima und Migration –
„weg von überzogenen Alarmismen hin zu einer differenzierten Betrachtung,
auch als Vorbild für andere gesellschaftliche Diskurse.“