Autoritarismus

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Autoritär

Autoritarismus
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Autoritarismus (französisch autoritaire ‚befehlerisch‘, ‚herrisch‘; lateinisch auctoritas ‚Einfluss‘, ‚Geltung‘, ‚Macht‘)
gilt in der Politikwissenschaft als eine diktatorische Form der Herrschaft,
welche zwar zwischen Demokratie und dem diktatorischen Totalitarismus liegt,
sich von diesem aber klar unterscheidet.
Aus dieser Abgrenzung ergeben sich nach Juan Linz (1975) drei zentrale Definitionsmerkmale:
begrenzter Pluralismus,
keine umfassend formulierte Ideologie,
weder extensive noch intensive Mobilisierung.
Der begrenzte Pluralismus ist als zentrales Abgrenzungsmerkmal zu sehen.
Der Handlungsspielraum von politischen und gesellschaftlichen Akteuren
hängt weitgehend von der autoritären Staatsführung ab.
In Abgrenzung zum Totalitarismus ist für den Autoritarismus zutreffender
von Mentalitäten zu sprechen als von (politischen) Ideologien und Weltanschauungen.
Mentalität ist nach Theodor Geiger (1932)
„subjektive Ideologie“, aber „objektiver Geist“.
Mentalitäten sind psychische Prädispositionen und funktionieren formlos.
Das Fehlen einer klaren Ideologie
bewirkt einen Verlust der Mobilisierungsfähigkeit,
der Bevölkerung fehlt eine emotionale Bindung an das System.
Daher formulieren autoritäre Regime ihre Politik pragmatisch
und versuchen gleichzeitig,
allgemeine Wertvorstellungen wie Patriotismus, Nationalismus, Modernisierung, Ordnung usw. durchzusetzen.