Johnny Ramone
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Johnny Ramone
Johnny Ramone, eigentlich John Cummings,
(* 8. Oktober 1948 in Long Island, New York; † 15. September 2004 in Los Angeles, USA)
war Gitarrist der Punkband Ramones.
Neben dem Sänger Joey Ramone war er das einzige Mitglied,
das der Formation von der Gründung 1974
bis zur Auflösung 1996 ununterbrochen angehörte.
Status in der Band
Innerhalb der Gruppe nahm Johnny, spätestens seit dem Ausscheiden von Tommy Ramone 1978,
die Funktion eines künstlerischen Leiters ein,
der den Werdegang und Erfolg der Ramones maßgeblich bestimmte.
Er selbst verglich die Band mit einem Baseball-Team,
in welchem er die Rolle eines autoritären Trainers innehatte.
Für bandinternen Konfliktstoff sorgte Anfang der 1980er-Jahre die Tatsache,
dass Johnny Joey Ramone dessen Freundin und große Liebe Linda Danielle ausspannte
(die Johnny Ende der 1990er auch heiratete).
Seit diesem Ereignis haben Johnny und Joey Ramone
so gut wie nicht mehr miteinander gesprochen,
obwohl sie weiterhin als Band auf Tournee waren.
Die Begebenheit wurde von Joey Ramone im Songtext von The KKK Took My Baby Away thematisiert,
mit KKK (Ku-Klux-Klan) spielte er auf Johnnys politisch konservative Einstellung an.
Trotz oder gerade wegen dieser Animosität
gehörte der Song zum festen Repertoire der Band.
Eine ähnliche Konstellation ergab sich, als US-Präsident Ronald Reagan
im Rahmen eines Staatsbesuchs in Deutschland den Soldatenfriedhof von Bitburg besuchte
und dort die Bitburg-Kontroverse auslöste;
insbesondere in den USA wurde kritisiert,
dass er damit eine Gedenkstätte gewählt hatte, auf der auch Mitglieder der Waffen-SS bestattet waren.
Joey schrieb als Reaktion den Songtext Bonzo Goes to Bitburg,
eine Anspielung auf die Filmkomödie Bedtime for Bonzo von 1951,
in der Schauspieler Reagan neben einem Schimpansen auftrat.
Auf Johnnys Drängen (“You can’t call my president a monkey!”)
musste der Titel des Stücks in My Brain is Hanging Upside Down abgeändert werden.
Trotz seiner persönlichen Wertschätzung für Reagan
spielte Johnny auch diesen Song – seinem Selbstverständnis nach
hatte er seine persönlichen Empfindungen den Erfordernissen der Ramones unterzuordnen.
Privatleben
Johnny Ramone war Mitglied der National Rifle Association (NRA) und –
untypisch für einen Musiker aus dem Umfeld des Punk-Rock –
Anhänger der US-amerikanischen Republikanischen Partei.
Sonstiges
Persönliches Markenzeichen war das Tragen von T-Shirts
mit höchst kontroversen und provokanten Botschaften oder Aussagen.
Beispiel: “Kill a Commie for Mommy”.