Egon Bahr & Werner Georg Haverbeck
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2018
7. Mai 2018
Nazi-Ursel und ihre Ladung zum Haftantritt
7. Mai 2018
Rechtsanwalt Carsten R. Hoenig
https://www.kanzlei-hoenig.de/2018/nazi-ursel-und-ihre-ladung-zum-haftantritt/
apologetischer irreführender Kommentar
Werner Haverbeck ist gegen Ende seines Lebens nochmal ziemlich abgedreht.
In den 70er Jahren allerdings war er ehrwürdiger Berater
des Bundesministers Egon Bahr (SPD) und von Erhard Eppler (ebenfalls SPD)
und galt als anerkannter Intellektueller (wenn auch mit heftigem Rudolf Steiner Einschlag).
„Alles doofe Nazis“ ist in Bezug auf den Ehemann von U. Haverbeck
mal wieder ein bisschen kurz gesprungen.
2015
27. November 2015
die nationalen / nationalistischen Sozialist*innen von der DKP
vermeiden in der alten DDR-Tradition bzw. Ideologie
die Verwendung des Begriffs National-Sozialismus:
Unsere Zeit
Zehn Monate Haft für fortgesetzte Holocaustleugnung
Unbelehrbare Faschistin verurteilt
UZ
Categories Politik | UZ vom 27. November 2015
Von Birgit Gärtner
https://www.unsere-zeit.de/unbelehrbare-faschistin-verurteilt-42677/
Vorher – 1975 – schaffte Haverbeck es, verschiedene Organisationen
unter dem Dach des Rates für Umwelt- und Lebensschutz zusammenzufassen –
unter der Schirmherrschaft des Alt-Bundespräsidenten Gustav Heinemann.
1979 wurde Haverbeck Berater für Umweltschutzfragen
des SPD-Ministers Egon Bahr.
Zwei Jahre später unterzeichnete er das Heidelberger Manifest,
weil er „Überfremdung“ für genauso schädlich für den „Volkskörper“ hielt wie z. B. Atomkraft.
1982 war er Gründungsmitglied der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP).
Über einen längeren Zeitraum hielt er Vorträge sowohl im linken Spektrum,
z. B. bei Anti-AKW-Gruppen,
als auch bei Rechten,
z. B. dem Bund Heimattreuer Jugend.
2008 ?
Werner Georg Haverbeck
Ein Bericht von Bernd J. Wagner M.A.
https://www.hsbi.de/media/hochschulverwaltung/hsk/pdf/wagner_werner_georg_haverbeck.pdf
2. Biographische Notizen 1945 bis 1975
Nach dem Zweiten Weltkrieg hat Haverbeck Vergleichende Religionswissenschaften studiert.
1950 wurde er zum Priester der anthroposophischen Christengemeinschaft geweiht,
1959 allerdings von diesem Amt beurlaubt.9
Seine Tätigkeit als Priester
und die Ursachen seiner Beurlaubung werden im Internet höchst dubios dargestellt.
So wird beispielsweise auf der Internetseite „Anthroposophie.blogsport.de“10 im Februar 2007 behauptet,
dass Haverbecks „erste Amtshandlung … die Beerdigung des SS-Mörders Oberländer“ gewesen sei,
„der mit seinen SS-Truppen in der Sowjetunion für schreckliche Verbrechen verantwortlich war.“
Bei diesem Mann handelte es sich um Dr. Theodor Oberländer,
der von 1953 bis 1960 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte war
und von seinem Amt wegen
der Teilnahme an Kriegsverbrechen in Lemberg (Lwow) zurücktreten musste.
Oberländer ist natürlich nicht in den 1950er Jahren,
sondern erst 1998 gestorben.11
Auch wird behauptet, dass Haverbeck 1959 „von seinem Amt“ als Priester beurlaubt wurde,
weil „eine Reise nach China12 sowie angebliches friedenspolitischen Engagement“ von Anthroposophen
als „linke Tendenzen gewertet“ worden seien.
Quasi als Beleg, dass Haverbeck jetzt auch
mit linken Politikern zusammengearbeitet habe,
werden Kontakte mit Egon Bahr und Gustav Heinemann genannt.13
Nur diese Kontakte können erst in den 1970er Jahren stattgefunden haben,
weil Bahr Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit gewesen sein soll.
Dieses Amt übte er von 1974 bis 1976 aus.
Auch der in diesem Zusammenhang geäußerte Hinweis,
dass der Rat für Umweltfragen von Heinemann 1975 gegründet worden ist
und Haverbeck ihn dabei unterstützt habe,
kann so nicht stimmen.
Der Rat geht vielmehr auf eine Initiative der Bundesregierung
unter Bundeskanzler Willy Brandt
aus dem Jahre 1971 zurück und nahm 1972 seine Arbeit auf.
Diese Ungereimtheiten,
die auf vielen Internetseiten
mit abweichenden Daten und wechselnden Interpretationen nachzulesen sind,
weil viele dieser Seiten schlicht und ergreifend
voneinander abgeschrieben worden sind,
legen es für mich nahe,
über Haverbecks anthroposophisches Engagement
in den 1950er Jahren nicht weiter zu spekulieren,
sondern mich auf verifizierbare Aspekte seiner Biographie zu konzentrieren.
Dazu gehören auf der einen Seite seine Publikationen in den 1950er und 1960er Jahren,
auf der anderen Seite die Gründung Heimvolksschule „Collegium Humanum“
und seine Mitarbeit im „Weltbund zum Schutze des Lebens“.