Frankfurter Tafelrunde

Aus InRuR

Initiative Recherche und Reflexion

>>> über InRuR <<<

********

Kategorien / Kontext / Metaebene / Rubriken:

Braunzone

zur Geschichte und Gegenwart der Neuen Rechten

Frankfurter Tafelrunde
in der deutschsprachigen wikipedia

Die Frankfurter Tafelrunde war ein im Jahre 1953 gegründeter, konservativ geprägter Zusammenschluss
von Akademikern und Wirtschaftsleuten mit Sitz in Frankfurt am Main,
dessen Ziel es ist, sich zur „Fortbildung auf vielen Wissensgebieten und zur Pflege der Geselligkeit zusammenzufinden“.
Sie ist nicht zu verwechseln mit der 2004 gegründeten „liberalen Tafelrunde“
des FDP-nahen Liberalen Mittelstandes Frankfurt & Offenbach (Liberale Tafelrunde Frankfurt/Offenbach ).

Struktur und Funktion

Seit ihrer Gründung trafen sich die Mitglieder und Interessenten dieser Tafelrunde
von Oktober bis Mai jeweils am letzten Freitag des Monats in einer Frankfurter Jugendstilvilla
in „gepflegter Kleidung“, wo nach einem festlichen Dinner zunächst ein geladener Referent seinen Abendvortrag hielt
und anschließend über dieses Thema diskutiert wurde.
Die Teilnehmer dieses elitären Kreises waren ausgesuchte, führende politisch interessierte oder wirtschaftliche Personen.
Der Kreis bekannte sich gemäß Aussage der unten angeführten Quellen zu den Grundsätzen des „gebildeten Abendländers,
der den Wert der guten Erziehung, der inneren Vornehmheit und des Herzenstaktes zu schätzen weiß
und sich gegen die Vermassungstendenzen zumindest im eigenen Kreis wendet
“.

Die Organe der Tafelrunde bestanden aus dem Vorsitzenden, dem Senat und den Mitgliedern.
Mitglied durfte nur werden, wer über einen längeren Zeitraum an den Veranstaltungen teilgenommen hatte
und vom Vorstand eine Mitgliedschaft angetragen bekam.
Die Gruppierung sah sich als reinen „Männerzirkel“, wobei ursprünglich die Damen
nur einmal jährlich zu einem Vortrag mit „für Damen geeigneten Themen“ oder zu einem Ball geladen wurden.
Das offizielle Presseorgan war die anfangs von der Gesellschaft für konservative Publizistik in Bonn
herausgegebene Zeitschrift Konservativ heute, die 1980 in „Criticón“ aufging.

Nach anfänglich eher konservativer, aber auch wirtschaftsliberaler Einstellung
haftete der Frankfurter Tafelrunde ab den 1990er Jahren eine zunehmend rechtsorientierte Ausrichtung an,
was sich sowohl an den eingeladenen Referenten als auch an Themen und Publikationen erkennen ließ.
So war beispielsweise einer der Vorsitzenden der Tafelrunde
der Frankfurter CDU-Funktionär Wolfgang Bodenstedt, Autor in „Criticón“ und der Wochenzeitung „Junge Freiheit“,
der sich im Zeitraum der Jahrhundertwende einen Ruf als „Saubermann“ gegen die Fechenheimer Romas
und als Initiator von „schwarzen Listen“ im Haus- und Grundbesitzerverein Fechenheim erworben hatte.

Zu den Referenten der regelmäßigen Tafelrunde-Veranstaltungen zählten in der Vergangenheit
unter anderem der Politikwissenschaftler Hans-Helmuth Knütter, Karlheinz Weißmann, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik,
Generalmajor a. D. Gerd Schultze-Rhonhof, Bernd Rüthers, der ehemalige ZDF-Moderator Gerhard Löwenthal
sowie die FPÖ-Funktionäre Susanne Riess-Passer und Jörg Haider.

Die Frankfurter Tafelrunde arbeitete von Fall zu Fall mit dem „Club der Wirtschaft“, dem „Akademiekreis“ von Werner Keweloh
sowie der „Münchner Winterakademie“ der Freifrau Regina von Schrenck-Notzing,
ehemaliges Vorstandsmitglied im Bund Freier Bürger sowie Ehefrau von Caspar von Schrenck-Notzing,
sowie anderen, ähnlich orientierten Gruppierungen zusammen.

Es ist nicht ersichtlich, ob die Frankfurter Tafelrunde in dieser Form heute noch existiert, da sie im Frankfurter Vereinsregister nicht mehr aufgeführt ist.
Der letzte öffentliche Hinweis auf Aktivitäten dieser Vereinigung stammt aus dem Jahr 2002.

Weblinks