Hans-Michael Fiedler

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Hans Michael Fiedler

"Wie in den vergangenen Jahren betätigten sich auch 1986 im Raum Göttingen rechtsextremistische Zirkel,
deren Anhängerschaft sich aus Schülern, Studenten und Jungakademikern rekrutiert.
Die Veranstaltungen, bei denen auch bekannte Rechtsextremisten als Redner auftraten,
blieben jedoch ohne nennenswerte Resonanz in der Öffentlichkeit.
Das Mitglied des niedersächsischen NPD-Landesvorstandes Hans-Michael FIEDLER hat auf diese Aktivitäten seit Jahren maßgeblichen Einfluß."

Verbindungen zwischen dem organisierten Rechtsextremismus und studentischen Verbindungen, insbesondere der Deutschen Burschenschaft (DB),
laufen meist über persönliche Beziehungen.
Der Multifunktionär Fiedler ist mit seinen "Zirkeln" ein besonders prägnantes Beispiel.
Als Zirkel sind hier zu nennen:
Der "Ostpolitische Deutsche Studentenverband e. V.", (ODS),
der sich 1984 in "Gesamtdeutscher Studentenverband" (GDS) umbenannt hat
und als offizielle Studentenorganisation des "Bund der Vertriebenen" firmiert
und der "Studentenbund Schlesien" (SBS),
der seit langem als "Anti-Antifagruppe" gezielt Daten über Linke sammelt.

Was Fiedler, seine diversen Zirkel und die DB verbindet, sind gemeinsame politische Ansichten und Aktivitäten.
Die BB 2/83 veröffentlichen eine ODS-Pressemittelung, in der über die Vorstandswahlen des ODS und über die ODS-Arbeitstagung "Jugend für ein neues Deutschland" 1982 berichtet wird. Dem Vorstand des ODS gehört der SBS danach als Bund mit einem Vorstandssitz an. Referent auf der Arbeitstagung waren unter anderem Fiedler zum Thema "Das Deutschlandbild in den Schulbüchern" und Peter Bioßdorf zu "Die Wunde namens Deutschland". Boßdorf wiederum war nicht nur hier Referent. Auf dem Seminar "Deutschland in Politik und Kultur der frühen 80er Jahre" , gemeinsam vom ODS und der Burschenschaft Danubia-München in München-Bogenhausen veranstaltet, war er ebenfalls mit von der Partie (BB 2/83, S. 46). Die Seminare sind inzwischen als "Bogenhauser Gespräche" fester Bestandteil rechtsextremer Ideologiebildung geworden. Im Jahre 1961 fand übrigens auf dem Haus der Danubia die Gründung der Burschenschaftlichen Gemeinschaft in der DB statt, der Kaderschmiede der Rechtsaußen in der DB.

Natürlich fehlt auch die Pressemitteilung über die ODS-Jahreshauptversammlung und das Seminar "Wege zur Wiederherstellung Deutschlands" aus dem Jahre 1983 nicht. Hauptreferent war damals Hans-Dietrich Sander, ein Mensch mit besten Verbindungen im rechten Lager und zu Burschenschaften. Auch zu dieser Zeit war der SBS Mitglied im ODS.
Fiedler selber war lange Jahre Geschäftsführer des SBS, über ihn liefen die Kontakte zwischen SBS und NPD. 1987 fand in Alfeld eine sogenannte Reichsgründungsfeier statt, gemeinsam veranstaltet von SBS und NPD.
Im Niedersachsen-Spiegel der NPD wird Sanders schriftliche Fassung seines Vortrages "Die Rückkehr des nationalen Elements in die Politik" als wichtige Argumentationshilfe für politische Schulung angepriesen, Bezugsadresse: Fiedler! "1982 ist Fiedler immer noch 'Studienleiter der nationalen Jugend- und Bildungsarbeit' im ODS und 'Referent für politische Bildung im NPD-Landesverband Niedersachsen'."
Seit 1975 schreibt Fiedler in "Nation und Europa" (NE), jener führenden Theoriezeitschrift des Rechtsextremismus, die jedes Jahr im Verfassungsschutzbericht erwähnt wieder. Seit der Nr. 1/92 hat NE zwei neue Herausgeber: das Gründungsmitglied und ehemaligen Vorsitzenden der NPD, Adolf von Thadden und das Mitglied des Europaparlaments Harald Neubauer, ehemals Republikaner, jetzt Deutsche Liga.
Als neuer Chefredakteur stellt sich vor: Karl Richter, jetzt Alter Herr der Danubia-München, vorher persönlicher Referent von Neubauer.
Währenddessen veröffentlicht Fiedler seine Gedichte in den "Staatsbriefen" des Hans-Dietrich Sander. Der wiederum druckt in den Staatsbriefen 7-8/93 gleich zwei Artikel aus den BB 2/93 nach, "Bemerkungen zur völkerrechtlichen Lage Nordostpreußens", Artikel, die um die Frage kreisen, wie denn Großdeutschland wieder erschaffen werden könnte.

Die Erklärung des GDS-Vorstandes von Anfang 1986, der Verband habe sich von Fiedler getrennt, war nur taktischer Natur. Schließlich erhielt der Verband "jährlich 15 000 DM aus dem Bundesjugendplan" und wollte sich seine öffentliche Alimentierung nicht wegen des zum Zeitpunkt der Erklärung mit 22 Jahren! NPD-Mitgliedschaft langsam bekannten Rechtsextremisten verderben.

Die Verbindungen zwischen Fiedler, seinen Zirkeln und der DB freilich existieren weiter. Wie schreibt er doch in den "Nachrichten des Studentenbundes Schlesien" Nr. 14/15 vom Februar 1993 über das Wartburgtreffen der DB vom Oktober 1992? Linke hätten sich unrühmlich bemerkbar gemacht, "die roten Zecken versuchen mit aller Macht, das Geschichtsbewußtsein der Deutschen zu verbiegen".

"Weil der Verband 'einige Alte Herren, die in der NPD sind, nicht verlieren möchte' (Burschentagsleiter Hartmut Eipper), fand der Antrag, sich ... eindeutig vom 'Nationaldemokratischen Hochschulbund' und der 'Aktion Widerstand' zu distanzieren, bei den Schlagenden keine Mehrheit. 'Es geht uns darum, jetzt endlich wieder Pflöcke einzuhauen.'"

Beim Wartburgtreffen der DB 1990 in Eisenach (noch zu Zeiten der DDR) sprach Hans-Dietrich Sander von der "geistigen Geburt des IV. Deutschen Reiches". Unter den Beisitzern des niedersächsischen Landesvorstandes der NPD findet sich weiterhin ein Name: Michael Fiedler.

1 Der Niedersächsische Minister des Innern (Hg.): Verfassungsschutzbericht '86, Hannover 1987

2 nach Burschenschaftliche Blätter, 2/83, S. 257

3 Andreas P. Zaleshoff: Der zweite Frühling der NPD, Hannover 1989

4 Antifaschistische Aktion: Nazi-Zentrale Burgstraße.
Eine Dokumentation über die bundesweiten Aktivitäten der Nazi-Zentrale.
Mit Infos zu NPD, ODS/GDS, SBS, USB, Fiedler, Göttinger Runde, FAP..., Göttingen 1988, S. 9, Die Broschüre ist die beste Zusammenfassung zum Thema Fiedler.

5 siehe Fußnote 4, Seite 17

6 Der Spiegel, 26/73

Berliner Kulturgemeinschaft Preußen

Studentenbund Schlesien

Deutscher Bundestag: Drucksache 13/1518 vom 30.05.1995

Hilfskomitee Südliches Afrika

Antifa Infoblatt
NS-Szene | AIB 98 / 1.2013 | 24.06.2013
Das »Hilfskomitee Südliches Afrika«

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CDU holt Braunzonen-Veteran in den Landtag
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4. Oktober 2010

DISS Martin Dietzsch / Anton Maegerle:
"Anti-Antifa" - einigendes Band von Neonazis bis zur Intellektuellen Rechten

Der Begriff "Anti-Antifa" gewann in den letzten Jahren in der rechten Szene immer mehr an Bedeutung.
Dies ist keineswegs nur auf den Bereich der gewalttätigen Neonazis beschränkt,
sondern findet in etwas differenzierteren Varianten
auch Anhänger im Bereich des intellektuellen Rechtsextremismus
und bei Ultrakonservativen.
Stand: September 1996

"Die Zeit"
Tod eines BombenbastlersKein Einzelgänger
Schon mit 12 Jahren Kontakte zu Neonazis
von Eckhard Stengel
Aktualisiert 30. Januar 1987

In Fiedlers Umfeld arbeiten laut Verfassungsschutz mehrere „rechtsextreme Zirkel“ wie der „Studentenbund Schlesien“ oder die „Hochschulgruppe Pommern“. Organisiert wird diese Arbeit vor allem in einem Büro in der Göttinger Burgstraße Nr. 5.