Niko Kovač

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Niko Kovač
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Niko Kovač Audio-Datei / Hörbeispiel Aussprache?/i [ˈniːkɔ ˈkɔʋaːtʃ] (* 15. Oktober 1971 in West-Berlin)
ist ein ehemaliger deutsch-kroatischer Fußballspieler
und heutiger -trainer.
Als Spieler war er unter anderem in seiner Geburtsstadt bei Hertha BSC,
bei Bayer 04 Leverkusen, beim Hamburger SV und beim FC Bayern München aktiv.
Er lief in 83 Länderspielen für die kroatische Nationalmannschaft auf.
Nach drei Jahren in Österreich beim FC Red Bull Salzburg
beendete er im Jahre 2009 seine Laufbahn als Spieler und begann seine Trainerkarriere.

Von Oktober 2013 bis September 2015 war er Trainer der kroatischen Nationalmannschaft.
Ab März 2016 war er Trainer des Bundesligisten Eintracht Frankfurt,
mit dem er im Mai 2018 den DFB-Pokal gewann.
Von Juli 2018 bis zum 3. November 2019 war Kovač Cheftrainer des FC Bayern München,
mit dem er in seiner ersten Saison das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal sowie den DFL-Supercup gewann.
Er ist somit auch der einzige Ausländer, der als Spieler sowie als Trainer die Meisterschaft gewinnen konnte.
Seit Juli 2020 ist Kovač Cheftrainer der AS Monaco.

InRuR:

Abgründe:

2018

"Junge Welt" 27.07.2018, Seite 16 / Sport
Zweimal Modric
Die kroatische Nationalmannschaft hat bei der WM überrascht – durch ihr Spiel und ihren Ultranationalismus
Von Rouven Ahl
Genie des fast körperlosen Spiels oder politisches Problem?
Luka Modric (2. v. l.) wird in Zagreb nach dem 2. Platz bei der WM am 16. Juli gefeiert
Foto: Marko Drobnjakovic/AP Photo

Luka Modric ist wohl einer der herausragendsten Fußballer der Welt.
Der kroatische Mittelfeldspieler wurde bei der letzten Weltmeisterschaft zum besten Spieler des Turniers gewählt.
Der Einzug in das WM-Finale ist der größten Erfolg in der Geschichte des kroatischen Fußballs.
Und Modric war mit seinen Leistungen das Aushängeschild der Mannschaft.
Der 32jährige gewann mit Real Madrid in den vergangenen fünf Jahren viermal die Champions League.
Auf der einen Seite versetzen seine Pässe, seine Technik Landsleute und den Rest der Fußballwelt in Verzückung.
Sein Verhalten abseits des Platzes will jedoch so gar nicht zu seinem fehlerlosen Spiel passen.
Sogar ins Gefängnis könnte er nun gehen – wegen Falschaussage vor Gericht.
Im Prozess gegen den ehemaligen kroatischen Fußballpaten Zdravko Mamic war auch Modric als Zeuge geladen.
Mamic hatte in seiner Zeit als Präsident des kroatischen Spitzenvereins Dinamo Zagreb Steuern hinterzogen
und wurde zu einer Haftstrafe von über sechs Jahren verurteilt.
Auch Modric ist wegen eines Transfers betroffen.
Sportlich blieb Modric bei der WM davon jedoch unbeeindruckt.
Die heimkehrenden »Vatreni« (die Feurigen) wurden in Zagreb von Hunderttausenden Anhängern gefeiert.
Auf dem Dach des offenen Busses, mit dem das Team durch die Straßen der kroatischen Hauptstadt fuhr,
war auch der neofaschistische Sänger Marko Perkovic, besser bekannt unter dem Namen »Thompson«, zu sehen.
Die Politiker des Landes hielten sich übrigens fern.

Wie es hieß, nahm er aufgrund des besonderen Wunsches von Modric und Trainer Zlatko Dalic an den Feierlichkeiten teil
und gab einige seiner ultranationalistischen Lieder zum besten.
Schon während der WM hatten sie zum festen musikalischen Programm in der Kabine der Kroaten gezählt.
Ob Thompson bei seinem Auftritt auch das Lied »Jasenovac i Gradiska stara« anstimmte,
das die Verbrechen in den beiden kroatischen Konzentrationslagern im Zweiten Weltkrieg besingt, ist nicht bekannt.
Für einige Medien war es ein Schock, dass die kroatische Nationalmannschaft einem Anhänger der faschistischen Ustascha-Bewegung eine Plattform bot,
einem 1929 in Kroatien gegründeten nationalistisch-terroristischen Geheimbund,
der sich dann zur faschistischen Bewegung entwickelte.
Der Auftritt Thompsons sollte zunächst auch verboten werden.
Der Manager des Musikers, Denis Pletikosa, erklärte: »Es war der Wunsch der kroatischen Fußballer, dass er sie empfängt.
Die Organisatoren haben ihn nicht eingeladen und in das Programm für den großen Empfang eingeplant.
Allerdings hat der kroatische Fußballverband Druck ausgeübt und den Auftritt ermöglicht.« 
Dies verwundert nicht, der Verband ist fest in der Hand der rechtsnationalistischen Partei »Kroatische Demokratische Gemeinschaft« (HDZ).
Der ehemalige kroatische Nationaltrainer und jetzige Coach des FC Bayern, Niko Kovac,
trat in der Vergangenheit schon bei Wahlkampfveranstaltungen der HDZ auf.
Kovac fand es als damaliger Nationaltrainer auch nicht schlimm,
dass der Nationalspieler Josip Simunic 2013 nach dem WM-Playoff gegen Island
über das Stadionmikrofon den Fans mehrmals den Ustascha-Gruß »Za Dom – Spremni!« (Für die Heimat – Bereit!) zurief.
Der Verband um Präsident Davor Suker und Trainer Kovac reagierte auf die Zehn-Spiele-Sperre von Simunic mit Unverständnis.
Suker hatte bereits 1996 für Aufsehenn gesorgt,
als er das Grab des kroatischen Kriegsverbrechers und Hitler-Freundes Ante Pavelic in Spanien besuchte.
Luka Modric gibt es zweimal: einmal als Genie des fast körperlosen Spiels
und dann als politisches Problem.
Der kroatische Fußball ist ohne nicht zu haben.
http://anonym.to/?https://www.jungewelt.de/artikel/336783.zweimal-modric.html

2016

11.03.2016 05:59
Niko Kovac
Perfektionist mit Feuer
Von Ingo Durstewitz
"Man kann immer etwas lernen"

Die Zeit in der Nationalelf war für den gläubigen Katholiken lehrreich, und sie war nicht frei von Fehltritten.
Als etwa Nationalspieler Josip Simunic für einen Skandal sorgte, weil er nach einem historischen Gruß der Ustascha,
einer NS-inspirierten Bewegung der 30er-Jahre, für zehn Spiele gesperrt wurde,
distanzierte sich Kovac nicht eindeutig,
sprach davon, „enttäuscht und schockiert“ zu sein – über die Sperre, nicht über das Verhalten des Spielers, mit dem er allerdings auch befreundet ist.
Das brachte ihm viel Kritik ein.

Auch ein Videospot für die national-konservative Partei HDZ kam nicht überall gut an.
Er hatte sich damals, vor fast zehn Jahren, dafür eingesetzt,
dass Auslandskroaten wie er das Stimmrecht behalten dürfen.
Niko Kovac hat sicherlich daraus seine Lehren gezogen.
„Ich bin keiner, der behauptet, alles zu wissen“, sagt er.
„Man kann immer etwas lernen – bis zum letzten Atemzug.“
https://www.fr.de/eintracht-frankfurt/perfektionist-feuer-11120819.html