Radikalisierung

Aus InRuR

Sprachpolitik

Definitionsmacht

Umkehrung der Inhalte und Werte

radikal heißt ein Problem an der Wurzel anpacken

Hannah Arendt an Gershom Scholem
New York 1963:

Sie haben vollkommen Recht, I changed my mind und spreche nicht mehr vom radikal Bösen. (...)
Ich bin in der Tat heute der Meinung, dass das Böse immer nur extrem ist, aber niemals radikal,
es hat keine Tiefe, auch keine Dämonie.
Es kann die ganze Welt verwüsten, gerade weil es wie ein Pilz an der Oberfläche weiterwuchert.
Tief aber und radikal ist immer nur das Gute.

(der Kontext:
Der Briefwechsel: 1939-1964
Über das Böse
in der deutschsprachigen wikipedia)


bürgerlich, staatstragende, reaktionäre Abgründe
in der deutschsprachigen wikipedia

Radikalisierung

Radikalisierung beschreibt den Prozess, in dem ein Individuum oder eine Gruppe
radikale oder extreme politische, soziale oder religiöse Einstellungen und Überzeugungen entwickelt oder übernimmt
und sich gegebenenfalls eine dementsprechende Ideologie zu Eigen macht.
Es handelt sich dabei nicht um eine einmalige, isolierte Entscheidung,
sondern eine graduelle Entwicklung, die schrittweise und kumulativ zu Veränderungen
des politischen, sozialen oder religiösen Denkens, des Handelns gegenüber Mitmenschen und gesellschaftlichen Institutionen,
des sozialen Umfelds, der Lebensplanung sowie der Persönlichkeitsstruktur führen und im Ergebnis in Extremismus,
Gesellschaftsfeindschaft und Befürwortung von oder sogar Beteiligung an verfassungsfeindlichen, revolutionären, kriegerischen oder terroristischen Akten münden kann.
Eine bedeutsame Schwelle im Prozess der Radikalisierung ist die Bereitschaft zur Anwendung von Gewalt zur Umsetzung politischer Ziele.

Diskussion:Radikalisierung

Kategorie:Gewaltprävention/Soziales Lernen

Kategorie:Konfliktsoziologie

Kategorie:Politische Theorie und Ideengeschichte